Der nächste Vermieter

... die gleichen, billigen Ausreden . Natürlich könnte man es drauf ankommen lassen, die Klage abwarten, diesen albernen Brief zerreiße ich selbst als Laie vor Gericht, dafür bräuchte ich nicht mal einen Anwalt. Doch halt, Vorstandsvorsitzende der Vermietergesellschaft ist zufälligerweise unsere erste Stadträtin, die im Dienste der SPD und mit dem Wohlwollen der Grünen regiert. Fragen wir diese Dame doch mal, ob sie als rot-grüne Stadträtin in dieser Angelegenheit einen Kommentar abgeben oder womöglich intervenieren will, BEVOR ihr Unternehmen als "rückständige Umweltsau" in der Presse landet, welches Mieter zu zusätzlichem CO²-Ausstoß zwingen will und sie als offensichtliche Gegnerin des EEG sowie Artikel 20a GG darstellt. Natürlich etwas höflicher formuliert, aber inhaltlich läuft es darauf hinaus.

Es wäre alles so einfach gewesen. Ich habe mich um alles selbst gekümmert, selbst gemacht, der Vermieter hätte es einfach nur akzeptieren müssen. Nichtmal eine offizielle Genehmigung wäre nötig gewesen, man hätte sich dumm stellen können, im Falle eines Falles behaupten können, von der Anlage nichts gewusst zu haben. Aber leider will man es auf die harte Tour. Nun gut, schmutzig spielen kann ich auch. Mal schauen wie es weiter geht.

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Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben. Dein Vorgehen gefällt mir. Vielleicht bekommst du ja eine Fürsprecherin.

Ansonsten würden mich die genauen Umstände interessieren. Welcher Stock, was ist genau passiert?

Verständlich ist diese Haltung, wenn man sich auf deren Blickwinkel einlässt: Keiner will da ein Risiko eingehen und die haben nichts davon. So lange dort keiner in entsprechender Position sitzt und dessen Herz auch dafür schlägt, wird sich nichts bewegen. Oder aber auf ganz oberer Ebene wird eine neue Strategie festgelegt, weil man das eigene Image aufpolieren will. Dann werden schöne Fotos für die Zeitung gemacht und gezeigt, wie ökologisch orientiert diese Wohnungsgesellschaft doch ist.

Ist natürlich total ärgerlich, wenn man da so total ausgebremst wird. Ich hoffe, die Politik geht an das Thema ran und verpflichtet Mieter, so etwas zu genehmigen.

[quote data-userid="7296" data-postid="86492"]... die gleichen, billigen Ausreden .[/quote]Gehen wir den Brief mal durch...

Sturmsicherheit
Ja, die muß gewährleistet sein und das bis Windstärke 12 oder bis das, was bei Dir in der örtlichen Ecke üblicherweise bei Stürmen zu erwarten ist. Da hat der Vermieter absolut recht, aber ich bin sicher, daß Deine Planung tatsächlich auch sturmsicher ist. (Aber im TV hatte ich mal einen Beitrag gesehen, da hatte einer sein Solarding mit Kabelbindern montiert, also solche Spezialisten gibt es draußen in der Wildnis tatsächlich.)

Einspeisung
Wenn die Hausverkabelung keine 600 W aushält, würde ich mir als Vermieter aber ernsthaft Sorgen machen. Diese "Begründung" sehe ich eher noch als Eigentor. Das Durchverlegen von Leitungen kann er möglicherweise verwehren, wobei ich mir da aber nicht sicher bin. Denn Du kannst ja auch Dübel in die Wand kloppen, um Deine Bilder aufzuhängen. Das ist Bestandteil der Gebrauchssache, in diesem Fall der Wohnung. Aber ich bin kein Jurist.

Brandgefahr
Ja, ist gegeben, genauso wie bei Kühlschränken, Waschmaschinen, Trocknern und besonders Mehrfachsteckdosen, die der Mieter ja ebenfalls nicht betreiben darf. Die vergossenen WR werden üblicherweise draußen direkt am Solarmodul betrieben. Da würde ich die Brandgefahr als eher vernachlässigbar einstufen.

Das Hauptproblem aber ist, daß der Vermieter eigentlich auch ohne Angabe von Gründen den Betrieb des BKWs untersagen kann, heißt: Er sitzt am längeren Hebel. Vorschlag: Ich würde um einen Gesprächstermin bitten, dann den Vermieter beruhigen und um eine gemeinschaftliche Lösung bitten. Jede Solarzelle, die in Deutschland ans Netz geht, sichert die Stromversorgung ein kleines Stückchen mehr, auch die des Vermieters, weil ja alle im gleichen Boot sitzen. Da muß man doch irgendwie eine Lösung finden können, mit der alle leben können. ?

Daniel

Das scheint eine größere Wohnungsgesellschaft zu sein. Da hat der Sachbearbeiter überhaupt keine Möglichkeiten. Wird von oben festgelegt, Gespräche zwecklos. Da könnte man sich höchstes mit vielen Mietern vernetzen und gemeinsam Druck machen.

Den Brief von der Hausverwaltung kann man wohl vergessen. Es gibt ja schon diverse Urteile. Ein Vermieter kann eine Anlage nicht mehr mit ein paar an den Haaren herbeigezogenen Begründungen ablehnen. Begründet wir das zunehmend mit dem im Grundgesetz festgeschrieben Umweltschutz. Der hat in der Regel Vorrang.
Hier z.B. ein Urteil, wo ein Mieter seine Anlage (ein stromerzeugendes Haushaltsgerät) auf ein Holzgestell montiert hat und dann über den Lichtschalter direkt eingespeist hat. Die Vermieterin hat dagegen geklagt. Die Klage wurde abgewiesen:
Erzeugung von Solarstrom auf dem Balkon muss der Vermieter genehmigen - DMB-Mieterverein Stuttgart?
https://www.stuttgarter-zeitung.de/media.media.439bc9e2-75ea-46ae-bfe8-b897d6c6006c.original1024.jpg

In einem Wunsiedler Mehrparteienhaus hat ein Eigentümer eine Anlage am Balkongeländer montiert, ohne die Eigentümergemeinschaft zu fragen. Einige Bewohner haben dann auf Rückbau geklagt, weil ihnen die umgestaltete Fassade nicht gefallen hat. Die Klage wurde abgewiesen.

Ich denke einmal, ein paar Panele so an ein Geländer zu schrauben, dass es die erforderlichen Sicherheitsbedingungen erfüllt dürfte heutzutage kein Problem sein. Es sei denn, das Geländer ist baufällig. Dann müsste die Hausverwaltung vorher tätig werden, weil dann ja auch Absturzgefahr bestehen dürfte.

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Wie gewünscht ein paar Hintergründe, beginnend mit 2 Fotos.

Bild 1 und Bild 2

In diesem Wohnblock beginnt die EG-Wohnung ca. 1m über dem Boden, meine Wohnung im ersten Stock liegt somit auch nochmal etwas höher. Davor befindet sich ein 5m breiter Grünstreifen, danach folgt der Gehweg, welcher hier nicht mehr sichtbar ist.

In Ermangelung eines Balkons und angesichts der Tatsache, dass ich von außen nicht einfach eine Halterung in die Fassade schrauben darf, sind die Module also vor den Fensterrahmen befestigt. Die Module sind auf eine ordentliche Holzkonstruktion geschraubt, welche wiederum mit der Fensterbank aus Aluminium und dem Fensterrahmen verschraubt ist. Minimalinvasiv und doch sicher verankert. Seit Juli hält diese Anlage jedem Sturm stand. Durch den fehlenden Platz sind es nur 4 Module zu jeweils 100 Watt, und durch die senkrechte Anbringung erbringt die Anlage höchstens 150 Watt Einspeiseleistung, egal ob Sommer oder Winter. Es ist also nicht viel, aber immerhin mein kleiner Beitrag zur CO2-Vermeidung. Neben meinem kleinen Elektrofahrzeug natürlich, das ebenfalls auf dem Foto zu sehen ist, und welches grade mal 80 Wh pro KM benötigt.

Passiert ist übrigens gar nichts, wir hatten lediglich Maler im Hausflur um das Treppengeländer neu zu streichen, und dem Hausmeister ist bei der Begehung die Solaranlage aufgefallen. Er war dann auch so frei, die Anlage sofort telefonisch zu melden und in meinem Namen eine Genehmigung zu erfragen...

Nachtrag: Eine zusätzliche Stromleitung zu verlegen war nicht nötig, durch die Gestaltung des Fensters ergibt sich eine kleine Lücke, welche durch eine flexible Gummidichtung kompensiert wird. Das Stromkabel in den Innenraum ließ sich problemlos durch die Lücke und die Gummilippe legen, ohne irgendwas bohren oder sonstwie an Material wegnehmen zu müssen.

Hallo

Nachdem ich mir Bild 2 angeschaut habe:

Was für Räumlichkeiten liegen hinter den Modulen, welche dir vermutlich sämtliches Tageslicht aus den Räumen entziehen?

Ganz ehrlich - und das bitte jetzt objektiv nehmen - das sieht grausam aus. Als Vermieter würde ich da ansetzen, dass es die Optik des Gebäudes erheblich negativ verändert - und ein Richter müsste schon sehr grün oder erblindet sein, um das anders zu sehen :slight_smile:

Ich würde als umweltbewusster Vermieter einen anderen Ausweg suchen, dir dein Vorhaben zu ermöglichen - unter Beachtung aller Rechte und Pflichten der anderen Eigentümer.

PS: Mit dem Bohren durch/in die Aussenwand kann es der Vermieter bisher nicht so genau genommen haben: Da hat jemand eine SAT Schüssel an der Fassade angebohrt und das Kabel augenscheinlich durch die Fassade gebohrt/verlegt. Zwei MC4 Kabel sind auch nicht viel dicker!

Da sehe ich auch ernsthaft Probleme, wenn es zu Klage kommt.

@der_alex

Hi,

nee nor?

Was soll denn das?

Ehrlich, solche Konstruktionen erinnern mehr an Knast als an Wohnen, und dann noch Fensterbrett aus Alu und Fensterrahmen angebohrt?

und Du beschwerst Dich daß der Vermieter "muckt"?

Dazu kommt wahrscheinlich das größere Problem des Ladens Deines E-Autos

was Du gleich mal auf dem Grünstreifen stellst und ebenfalls in "Wild-West" per Freileitung lädst.

Mit der Einstellung "ich bin Grün und deshalb muß sich alles andere unterordnen und ich hab recht" kommt man eben nicht weit - oder ist Politiker.

Sorry, aber das ist kein Aushängeschild für Solaranlagen - im Gegenteil.

mfg, stocki

Ich sehe da auf dem Bild keine Freileitung zum Auto. Wenn dem so wäre - wie du es vermutest - dann wäre das tatsächlich ein Problem. Ich hoffe jedoch, der TE hat das Auto nur für das Bild dort abgestellt.

edit: Hatte es vergessen. Im Schreiben vom Vermieter stand das. Du vermutest also richtig. (Ich konnte meinen Beitrag nicht mehr löschen)

@chris-n

Hi, ich vermute nicht, ich weiß :slight_smile:

(steht im Text der Wohnungsverwaltung)

https://abload.de/img/briefysixp.jpg

mfg, stocki

[quote data-userid="7192" data-postid="86634"] (Aber im TV hatte ich mal einen Beitrag gesehen, da hatte einer sein Solarding mit Kabelbindern montiert, also solche Spezialisten gibt es draußen in der Wildnis tatsächlich
[/quote]
Was ist denn das Problem bei Kabelbindern? Sie haben zertifizierte Festigkeiten, sind in bestimmten temperaturbereichen zugelassen und können UV-Beständig sein. Es gibt auch welche aus Edelstahl.

Ich halte sie durchaus für geeignet um Solarmodule dauerhaft zu befestigen.

?

Wolltest du was sagen? Ich habe Interesse an einer sachlichen Diskussion.

Die handelsüblichen Kabelbinder, die es im Ein-Euro-Shop im Tausenderpack gibt, haben oder sind das alles nicht.

Oliver

Normale Kunststoff-Kabelbinder niemals. Bei Edelstahl ist es was anderes, das ist dauerhaft und damit werden z.B. Straßenschilder oder Ampelanlagen befestigt. Die heißen dann aber auch nicht mehr "Kabelbinder" sondern z.B. "Bandschelle".

Bei Kunststoff-Kabelbindern hängt alles an einem kleine Plastikhaken. Hab auch schon häufig welche gehabt, die von Anfang an versagt haben. Und nach einigen Jahren im Außenbereich können die auch vespröden. Die weißen sind im Außenbereich grundsätzlich nach wenigen Jahren versprödet und eigentlich auch nicht für außen zugelassen. Die schwarzen sind deutlich besser, aber auch die sind mir schon gebrochen. Kommt noch hinzu, dass Kunststoffe bei tiefen Temperaturen spröde werden. Die Kombination im Sommer UV und im Winter Kälte macht es zu einem Risiko.

Ich kenne auch keine sicherheitsrelevante Anwendung, wo Kabelbinder aus Kunststoff verwendet werden. Wo also Lasten damit gehalten werden, die beim Herunterfallen Menschen erschlagen können.

Davon wurde bislang nicht geschrieben, dass man die verwenden will oder, dass die in dem genannten Fall eingesetzt wurden. Das ändert doch nichts an der Tatsache, dass man die einsetzen kann. Und viele der DIYer informieren sich über Materialeigenschaften.

Kabelbinder finde ich in dem Fall auch für den falschen Begriff. Aber er hat sich durchgesetzt. Auch bei den Edelstahlvarianten wird er im professionellen Umfeld verwendet.

https://www.hellermanntyton.de/produkte/edelstahl-kabelbinder

Wenn man sich auf der Straße umschaut sieht man häufig Verkehrsschilder, die mit Kabelbindern vermutlich aus Polyamid 6.6 hitzestabil und UV-witterungsstabil (PA66HSW) für den Einsatz im Freien bis +105 °C

Ich stelle mir das bei Balkonkraftwerken vor. Damit lassen sich die Module einfach an einem Gerüst befestigen.

Da man sich eh gelegentlich auf dem Balkon aufhält kann man von Zeit zu Zeit die Verbindungen überprüfen.

Ist das hier jetzt der Kabelbinderfachthread? :wink:

Es ging doch hier um etwas gan anderes..... :slight_smile:

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