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Vorstellung 12V 305Ah Camperakku

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(@brownstar)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 8
Themenstarter  

Hallo zusammen,

ich habe mich vor einigen Monaten hier angemeldet, das versammelte Wissen durchstöbert und mehrere neugierige Fragen freundlich beantwortet bekommen, da gehört es sich doch, dass ich das daraus entstandene Projekt nach Abschluss und Bewährungsphase hier auch mal vorstelle.

Mein Sprinter Campingbus war vom Vorbesitzer ausgebaut worden, wobei der Ausbau nicht auf Schreinerniveau, aber sehr clever und geschickt gemacht und deswegen bis heute weitgehend erhalten geblieben ist. Nur die Elektrik war so gar nicht das Steckenpferd des Erbauers, die musste ich vollständig ersetzen. Unter anderem musste der 100 Ah Bleiakku für den Aufbau weichen. Obwohl mein Strombedarf überschaubar ist, war dieser Akku nicht mehr geeignet und wurde durch einen selbstgebastelten 305 Ah LiFePo4 ersetzt.

Eigentlich wollte ich bei nkon EVE A-Grade Zellen dieser Größenklasse bestellen, zu der Zeit ist aber gerade das Piratentheater im Roten Meer in Folge des aktuellen Gaza-Krieges wieder aufgeflammt und der angekündigte Liefertermin hat sich von einem Tag auf den anderen auf hinter meinen geplanten Urlaub verschoben. Also habe ich stattdessen die nochmal günstigeren Envision B-Grade Zellen zusammen mit einem JK 200A BMS in den Warenkorb gepackt.

Ich habe keinerlei Möglichkeit, die Zellen angemessen zu prüfen. Alles, was ein Multimeter nicht kann, bleibt mir also verwehrt. Ich konnte also lediglich feststellen, dass die Spannung aller 8 gelieferten Zellen nahezu identisch war. 8 Zellen deswegen, weil ich für einen guten Freund einen Zwilling meines Akkus bauen werde bzw. inzwischen fast damit fertig bin.

Meine erste Aktion war es, jeweils 4 Zellen provisorisch miteinander (leicht) zu verspannen und sie eine Nacht lang parallel zu schalten.

Als nächstes habe ich jeweils 4 Zellen in ihren endgültigen Spannrahmen gepackt, jede Zelle einzeln mit einem Ladegerät für den Modellbau auf 3,66 V geladen und dabei festgestellt, dass alle Zellen mit einer Abweichung von max. 2Ah den gleichen Strom aufgenommen haben.

Der Spannrahmen besteht aus 2 Siebdruckplatten und insgesamt 6 Stck. M4 Gewindestangen, die mit einem PVC-Schlauch stecken. Die Muttern habe ich mit einem Schraubenzieher sanft und nach Gefühl angezogen. Keine Ahnung, wieviel Vorspannung da jetzt drauf ist. Aber bei nur zwei miteinander verspannten Zellen mache ich mir da keinen Kopf.

Die Isolatorplatten zwischen 2 Zellen sind von ECS und beherbergen gleichzeitig eine Heizung mit integriertem Thermostat: Zellheizung

Um den Spannrahmen ist dann das Gehäuse gewachsen.

Rund um die Zellen ist Platz für 1 cm Isolierung, die ich aus Armaflex gemacht habe. Im vorderen Schaltkasten habe ich neben dem BMS eine 200 A Mega-Sicherung, einen Hauptschalter, und einen zusätzlichen Heizungsthermostaten untergebracht. Den Minuspol der Heizung kann ich wahlweise lokal über die Batterie oder über einen externen Anschluss laufen lassen. So habe ich die Möglichkeit, den Verbrauch der Heizung über einen externen Shunt zu erfassen.

Fertig angeschlossen sieht das von vorne dann so aus:

Die Minusverbinder und einige Busbars habe ich aus 3x20 mm, die Verbinder zum BMS aus 2x40 mm Kupfer Flachmaterial hergestellt und für den Korrosionsschutz vernickelt. Das Vernickeln hätte hübscher werden können, allerdings habe ich mich eines uralten Netzteils bedient, bei dem sich Strom und Spannung nicht vernünftig einstellen lassen. Für die Zwillingsbatterie habe ich mir jetzt doch ein anderes Netzteil gekauft und bin die Vorbereitung des Kupfermaterials gewissenhafter angegangen. Diese zweite Charge ist dann auch deutlich besser geworden.

Neues Setup:

Die Batterie fertig verkabelt:

Und komplett zusammengebaut:

 

Den ersten 3-wöchigen Einsatz im Camper hat meine neue Stromkiste jetzt hinter sich und sie hat sich hervorragend geschlagen. Die 305 Ah sind eigentlich völlig überdimensioniert, aber kleinere Zellen wären kaum billiger gewesen, also was soll's. Ist schon schön, wenn man sich um Strom überhaupt keine Gedanken mehr machen muss und die lästige Kabelzieherei auf den Campingplätzen einfach entfällt - von den teils unverschämten Tagessätzen für Campingstrom ganz abgesehen. Bei uns laufen über die Batterie ein 95 Liter Kompressorkühlschrank als Hauptverbraucher, eine Dachluke mit integriertem Lüfter, Licht und Handyladegeräte. Wir haben am Tag durchschnittlich 25 Ah entnommen und nach den 3 Wochen Urlaub hat das BMS deutlich unter 2 Zyklen Nutzungsgrad ausgewiesen. Auf Dauer werde ich noch einen Sinus-Wechselrichter installieren, damit wir auch die E-Bikes aus dem Bordstrom nachladen können. Ist ja genug da.

 

Danke nochmal an die versammelte Kompetenz hier im Forum und speziell an alle, die sich um meine Anfängerfragen bemüht haben. Tolles Forum!

Gruß, Jens 


   
Zitat
(@tageloehner)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 680
 

Das sieht gut aus. Für die e-bikes reicht auch ein step up, die eingebauten BMS schalten passend ab. Einstellen auf 1-2V über Ladeendspannung und gewünschten Strom. Kommt viel billiger und hat weniger Verlust.


   
AntwortZitat
(@brownstar)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 8
Themenstarter  

Da hast Du natürlich grundsätzlich Recht, wobei alleine dieser spezielle Rosenberger Magnet-Stecker für den Anschluss der E-bikes schon bei 30€ liegt und ich auch noch eine paar andere Sachen hab, für die ich gelegentlich mal 230V brauchen kann. Wenn ich mir da für alles eine Sonderlösung bastel, ist nichts mehr gespart.

Gruß, Jens


   
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