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Anfänger im Rechtsjungel: Eure Empfehlung?

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(@spannungsabfalleimer)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 83
Themenstarter  

Moin!

 

Ich beschäftige mich mit dem Thema DIY-Solar schon länger und bin nun soweit, selber loszulegen.

Allerdings: 

Technisch ist das die eine Seite, hier bin ich gut vorbereitet. Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist die aktuelle rechtliche Lage. Ich möchte eine DIY-PV mit selbstgebauten Akku erstellen. 

Ich stehe zwischen zwei extremen Positionen:

1.) Entweder alles korrekt & ordentlich machen, kostet viel Geld aber viel wichtiger: Mit einer DIY-PV bin ich sofort im Visier meines Netzbetreibers. Der ist davon gar nicht begeistert, der lässt sich nicht in die Karten gucken und hat bereits bei anderen (meinen Namen kennt der noch nicht) deutlich gemacht dass er da Steine in den Weg legen wird.

Ein Beispiel: Der Bekannte hat die Frage gestellt, ob der WR Victron XYZ denn ok sei da er alle Normen erfülle und wollte dazu eine schriftliche Aussage haben. Daraufhin wurde er nur abgewiesen, am Telefon teilte man ihm mit "Victron" kenne man hier nicht etc.

Da ich ja aber gerne auch selber einen Akku bauen möchte, sehe ich das auch schwierig an wenn ich versuche den beim Marktstammdatenregister anzumelden. Ich kann mir vorstellen dass dann da auch sehr blöde Fragen kommen und ich eigentlich in den Bereich 2 gedrängt werde.

2.) Eine Böse-Buben-Anlage erstellen. Ich würde mir erstmal zwei Balkonkraftwerke anmelden (habe zwei Zähler im Haus) und mir dann meine Anlage Stück für Stück aufbauen. Ich baue die Anlage außerdem so auf, dass es am Zähler und Sicherungskasten nicht offensichtlich wird dass ich überhaupt PV habe, also die WR und die Batterien stehen woanders. Wenn dann blöde Fragen kommen sollten wegen meines Stromverbrauchs der dann hoffentlich eher wenig beträgt kann ich mich durch Balkonkraft rausreden. Mein Haus dürfen die ja nicht durchsuchen ohne weiteres, nur schauen dass ich nicht den Zähler manipuliert habe und das dürfen Sie gerne machen.

Sollten weitere Fragen kommen warum ich doch ein paar mehr PV-Panele auf dem Dach habe kann ich immernoch vorschieben, ich würde zusätzlich für meine Werkstatt eine "Insel" betreiben - ohne jeden Stromanschluss.

 

Was mein ihr dazu?

Mich nervt es wirklich, dass es mir so schwer gemacht wird... Wenn du das Ganze nicht mit dem einen Solateur im Ort machst der wirklich Mondpreise aufruft fühle ich mich gleich als Krimineller. 

 

 

PV-Selbstversorger in spe
Anlage: 4,8 kwp, Deye SG03LP1 + Felicity Solar 12,5 kwh


   
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solarfreund
(@solarfreund)
Heroischer Stromgenerator
Beigetreten: Vor 3 Jahren
Beiträge: 1514
 

Wenn die Geräte nach VDE 4105 2018 zertifiziert sind hat der Netzbetreiber wenig Möglichkeiten diesen nicht zuzulassen. Die 3000er und 5000er Victrons haben dieses Zertifikat. Für den Netzbetreiber gibt es keinen Grund dir etwas schriftlich zu geben. Darum macht der das auch nicht. Er wird aber auch nicht willkürlich handeln.

Die Akkus sind nicht anzumelden da sie nicht am Netz hängen. Die Batterie ist der zugehörige (Victron) Wechselrichter.

Mach dich nicht verrückt. Sondern mach einfach.

Wichtiger ist, dass dein elektrische Hausanlage den Ansprüchen des Netzbetreibers entspricht. Hierüber wird er dir sicher schriftlich Auskunft geben.

6,5 kWp aufm Dach, 14 kWh mit Daly BMS 250A im Keller, Victron Multiplus II 5000, 2 x Victron MPPT 250/70, Cerbo GX, EM24
Camper mit 660 Wp und 3,5 kWh, Victron MPPT 100/50, Wechselrichter mit 2000 Watt, Senseo Kaffeemaschine, kein Gas 😀


   
Carolus reacted
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Heroischer Stromgenerator
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 1409
 

Veröffentlicht von: @spannungsabfalleimer
Mein Haus dürfen die ja nicht durchsuchen ohne weiteres
Na, ganz so einfach ist das leider nicht. Der VNB darf Dein Haus nicht durchsuchen, das ist schon richtig. Bei einem konkreten Verdacht könnte er möglicherweise (!) aber bei der BNetzA rückfragen bzw. diese aufscheuchen. Und die BNetzA ist eine Behörde, die notfalls mit Amtshilfe der Polizei in Deine Wohnung darf, um dort nach Waffen Drogen dem WR zu suchen und ggf. sogar zu beschlagnahmen (ja, das dürfen sie sogar bei einer OWi), mindestens theoretisch. Wie wahrscheinlich das ist, ist kaum abschätzbar. Ich persönlich halte das zumindest heutzutage eher für unwahrscheinlich, aber wer weiß schon, was in 2-3 Jahren ist?!

Interessant ist dabei die Bewertung der OWi durch den Gesetzgeber: Bei einem Rotlichtverstoß, bei dem auch Menschen ganz konkret gefährdet werden können, droht Dir ein Bußgeld in Höhe von einigen hundert Euro. Bei einer OWi im Bereich der PV drohen aber gar Bußgelder bis 50.000 € - anscheinend schätzt der Gesetzgeber den Betrieb Deiner "Böse-Buben-Anlage" weitaus gefährlicher ein als einen Rotlichtverstoß, bei dem Leib und Leben gefährdet werden können.

Wie geht man am besten vor? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht und bin da ganz ähnlich überfragt wie Du. Wichtig ist vor allem, daß nichts passiert. Deine Anlage sollte auf gar keinen Fall Grund für Mecker geben oder womöglich gar einen Brand auslösen. Mit Victron hast Du da sicherlich nicht die allerschlechtesten Karten, die haben alle möglichen Absicherungen eingebaut, sogar Temperaturfühler. Solange Deine Anlage nicht (negativ) auffällt, gilt normalerweise der Grundsatz: Wo kein Kläger, da kein Richter. (Allerdings ist eine OWi keine Straftat und landet auch nicht vor Gericht.)

Daniel

 


   
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(@oliverso)
Heroischer Stromgenerator
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 1274
 

Für den Victron Mulriplus Ii gibts ein Zertifikat, damit darf der ans Netz. Du brauchts dafür keine vorherige Zusage vom Netzbetrieber, und der muss das Ding auch gar nicht kennen. Das Zertifikat zeigst du dem Elektriker (!!!), der die Anlage anschliesst, und der bestätigt dem Netzbetreiber den ordnungsgemässen Zustand der Anlage. Deine Sorgen bzgl. des Netzbetriebers sind damir völlig umbegründet.

Was du allerdings brauchst, ist ein Elektriker, der die Anlage anschliesst. Ohne den gehts halt nicht.

 

Oliver


   
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(@spannungsabfalleimer)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 83
Themenstarter  

@docemmettbrown Danke für deine Einschätzung! Wie sich das alles noch entwickelt wird man sehen... Der Nagel der raussteht wird eingeschlagen, am besten wenig auffallen.

Allerdings sich so eine Anlage vom Solateur machen zu lassen kommt nicht in Frage, die sind wahnsinnig zur Zeit.

PV-Selbstversorger in spe
Anlage: 4,8 kwp, Deye SG03LP1 + Felicity Solar 12,5 kwh


   
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(@spannungsabfalleimer)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 83
Themenstarter  

@oliverso Ich habe einen freundlichen Elektriker gefunden, zumindest ist der nicht abgeneigt. Mein Hausanschluss muss nur die TAB erfüllen und das Gerät muss zugelassen sein.

Allerdings hatte ich das schonmal und von dem hört man nun nix mehr 😀 abwarten was passiert.


PV-Selbstversorger in spe
Anlage: 4,8 kwp, Deye SG03LP1 + Felicity Solar 12,5 kwh


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Heroischer Stromgenerator
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 1409
 

Veröffentlicht von: @oliverso
Was du allerdings brauchst, ist ein Elektriker, der die Anlage anschliesst. Ohne den gehts halt nicht.
Bingo! 😕

Daniel

 


   
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profantus
(@profantus)
Mitglied
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 1198
 

Du musst einen Netzanschlussanfrage an deinen Netzbetreiber senden. Der muss die innerhalb von 4 Wochen beantworten. Dort musst du beschreiben was du vor hast und einen Lageplan bei legen.

Das wichtigste steht hier ja schon, du brauchst einen Elektriker der bei einem Energieversorger konzessioniert ist. Der muss die Anlage abnehmen.

Wenn der das macht kann der Energieversorger die Anmeldung nicht ablehnen.

HOWTO Wechselrichter Dimensionierung


   
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Anfänger im Rechtsj...
 
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