Wo wir ja beim Thema sind. Wenn wir das aus den vorigen Beiträgen herangezogene Merit-Order-Prinzip nähmen, würden eben nicht die Preise sinken wenn mehr EE-Strom zur Verfügung steht. Die normalen Kraftwerke würden mehr stillstehen, dafür dann aber WENN sie benötigt würden, um kostendeckend zu arbeiten, horrende Kosten erzeugen auf dem Markt und dann würde auch jedes EE-Kraftwerk diese horrenden Kosten übernehmen.
Am Ende wird dann wieder gemittelt oder eben ein stündlicher Tarif generiert mit einer Plattform wie Tibber. Nur nützt das einem nichts, wenn man mit Strom heizt und im Winter diesen benötigt.
Viele in anderen Foren, ich möchte sie nicht explizit erwähnen, versuchen Wärmepumpenheizungen und Gesamtkonzepte zu entwickeln, bei welcher die JAZ als entscheidender Faktor verbessert wird, indem z.B. ein Pufferspeicher bewusst bei Fußbodenheizungen weggelassen wird. Nun kommen wir auf stündliche Preistarife. Was passiert mit jenen, die nun keinen Puffer haben? Die müssen TROTZDEM heizen, ergo mehr bezahlen. Trotz der Wärmepumpe.
Oder das von mir immer wieder aufgeführte Beispiel, der Durchlauferhitzer. Die Leute sollen wegen hohen Stillstandverlusten von Elektroboilern lieber einen Durchlauferhitzer kaufen. Der Durchlauferhitzer stellt nur dann Warmwasser zur Verfügung, wenn man es benötigt. Ja. Aber er benötigt eben auch viel Leistung in einem sehr kurzen Zeitraum. Zu was wird das führen? Wenn der Strom mal günstig ist, kann man dann duschen wie doof. Wenn man aber duschen will und der Preis ist gerade hoch....
Also müsste man wieder rückwärts gehen zu einem am Tarif angepassten Elektro (oder von mir aus BWWP)boiler. Also man nimmt wieder Verluste in Kauf, um den momentan günstigen Strom zu nutzen und das Netz zu entlasten....
Und dieser ganze Zinnober weil man die Kosten, Steuern, Netzabgaben etc. nicht so gestaltet, dass Minderverbraucher belohnt werden, Stromerzeuger die fossile Energieträger einsparen (und sei es nur im Sommer) nicht vernünftig entlohnt, den Strom vom Markt abhängig gemacht hat. Es gäbe Möglichkeiten das anders zu gestalten. Ich gebe hier auch nicht "der Politik" die Schuld, sondern nur Mitschuld.
Nur als eine Argumentationsbasis:
Ich zitiere:
Ich hebe hier einmal vor: Weil der Strom teurer wurde, haben die Leute gespart und weil sie sparen wird die Netzgebühr teurer.
Was hat das Sparen daher gebracht? Höhere Netzgebühren. Hätten die Leute MEHR verbraucht, wären die Netzgebühren möglicherweise stagniert. Ihr seht: Der Einflussbereich von Privatpersonen ist sehr eingeschränkt. Trotz Sparhaltung, trotz Ausbau von EE steigt der Preis, man kann also nicht gegensteuern. Um das wieder zu unterstreichen:
Das bedeutet, Energieunternehmen verdienen mehr, die Leute verbrauchen weniger, und dennoch STEIGT der Preis. Das ist die Verwerfung, die eben schwer zu verstehen ist. Als Endkunde.
Um das Argument abzurunden guckt man sich bitte folgende Grafik an, einfach anklicken von 01.01.2023 bis 31.12.2023:
In Niederösterreich werden 122% des benötigten Stromes aus erneuerbaren Energien erzeugt. Und DENNOCH steigt der Preis für die Endkunden. DAS ist das, was dann wie oben erwähnt für Unverständnis sorgt. Denn es müsste demnach wie folgt heißen:
"Es werden erst DANN, die Strompreise massiv sinken, wenn die erneuerbaren Energien großflächig das Merit-Order-Prinzip dadurch aushebeln, dass fossile Kraftwerke GÄNZLICH schließen müssen. Erst dann können die Strompreise sinken."