Ab und zu schaue ich mir die Börsenstrompreise an: EPEX Spot - Energy Market Solutions
Und heute (11.05.2025) war es das erste Mal, dass es mittags soooo negativ war: -25 Cent! Also so negativ, dass man selbst als Ottonormalmensch mit allen Steuern und Netzgebühren noch Geld bekommen hätte, wenn man den Heizlüfter anwirft. Klar, heute ist Sonntag, und die Sonne brennt. Aber ist denn der Anteil der nicht abregelbaren Solaranlagen so hoch, dass solche Überschüsse entstehen? Denn alle abregelbaren Anlagen (>30 kWp) sollten in solchen Stunden doch hoffentlich aus sein, oder?
An den letzten Wochenenden mit Sonne gab es zwar auch regelmäßig negative Preise, aber so in der Größenordnung -10 bis -15, d.h. zusammen mit den Netzentgelten dann immer noch gesamtpositiv.
VG Lars
So schlimm kann’s nicht sein, hier in Südniedersachsen drehen einige Windräder…
Hallo @Lars72,
ich sehe da nur -3,5 Cent um ca. 13:00 - auch heute 11.05.2025.
Was kann das sein?
L.G.
Du schaust bei der Vorausschau für morgen, 12.5., blättere mal einen Tag zurück.
Danke,
hab zurück geblättert. Ja, ein typischer Wochenende mit Sonne und Wind Effekt. Ich bin es jedenfalls nicht "schuld", da ich nix einspeise.
Bei so einem Wetter sollte Segeln. ![]()
L.G.
Die Frage ist falsch gestellt. Sie müsste lauten:
"Sind auch alle fossilen Kraftwerke vom Netz genommen damit die das Netz nicht belasten mit ihrem überschüssigem Strom?"
Ich auch nicht
, hab nur 0,35 kWh Regelungsmüll ins Netz gespeist.
Dann haben die, die dann noch fröhlich weiterproduzieren, aber zu viel Geld. Selber Schuld. Oder Pech, wenn sie nicht abschalten können.
Was? Man soll Netzgebühren zahlen, wenn man negative Regelleistung anbietet? Wo sie dringend gesucht wird?
Ich wusste ja, dass unsere Preiskultur bei der Elektrizitätsversorgung übler ist als ein Alptraum vom Schinderhannes, aber sowas....
Verbraucher zahlen die Netzgebühr.
Selbst Pumpspeicherkraftwerke müssen für den Bezug Netzgebühr bezahlen nach einem Gerichtsurteil.
Mir ist nicht bekannt ob das die Politik geändert hätte.
Die genauen Regularien kenne ich nicht, ich habe nur mal schnell bei Tibber geschaut, was deren Preis während der "-25Cent" war. Und das war dann "-10Cent" für meine Postleitzahl. Wobei sonst da eher 20 Cent als 15 Cent Differenz sind. Aber ich gebe zu, mit Tibber kenne ich mich auch nicht aus.
Aber wenn ich so genau überlege, müsste die Stromsteuer während negativen Preisen ja eine Erstattung sein
Muß ich nächstes Mal bei Elster das richtige Formular suchen...
Unser Staat erstattet nur ungern Steuern.
Die Stromsteuer wird je kWh erhoben, also der Staat verdient immer.
Wie das mit der Mehrwertsteuer ist, ist hier unklar für mich.
Aber ich nehme an der das Geld für den bezogenen Strom bekommt (Verbraucher) ist dann Mehrwertsteuerpflichtig.
Siehe oben, der Staat verdient immer.
Der Stast hat damit gar wenig zu tun...
Der Markt regelt das schon !
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Nein das klappt nicht. Du bekommst von Deinem Stromanbieter kein Geld, wenn Du Strom bei negativen Börsenpreisen abnimmst. So einen Vertrag wird er Dir nicht anbieten. Netzentgelte fallen auf jden Fall an. Steuern und Abgaben werden trotzdem erhoben.
Wieso abregeln ,
, sind Dir günstige Strompreise aus Erneuerbaren nicht Recht ?
Natürlich aber bringt PV halt Nachts nichts, aber natürlich ist es gerade windig auch ....so wie angedacht halt das Wind und Sonne sich ergänzen ... Je mehr davon , umso weniger Chemie Speicher wird benötigt ... Wobei der Anteil an Kohlekraftwerken ja anscheinend und wissentlich nicht sich gut regelbar in diese Konstellation sich einfügen lassen
Du hast offenbar nicht alles gelesen: Bei leicht negativen Preisen hast du recht, aber heute war es eben so stark negativ, dass es sogar die Netzentgelte usw. überkompensiert hätte. Und Tibber hat folgerichtig für diese Stunde auch minus 10 Cent angegeben. Wenn sie das tun, bekäme ich Geld, wenn ich da Kunde wäre. Sinnvoll für mich ist es trotzdem nicht, weil ich dann, wenn die Preise negativ sind, selbst mehr als genug habe.
Irgendwer macht bei negativen Preisen ziemlich Verluste, was dann zu anderen Zeiten wieder reingeholt werden muß. Das ist mir nicht recht.
Doch habe ich gelesen. Dein Vertragspartner für den Strom wird Dir aber kein Geld geben, wenn die Börsenstrompreise negativ sind. Egal wie negativ die Börsenstrompreise sind.
D.h. er gibt öffentlich einen Preis an und hält sich nicht dran? Viel Spaß dabei...
Angenommen, es wird sich dran gehalten. Dann kostet die kWh bei Dunkelflaute 2€....
Auch kein Gewinn.
Der Markt regekt das schin. Man gut, daß der Staat erkannt hat, was nicht seine Aufgabe ist.
So schafft man Planbarkeit, Stabilität und gestaltet Zukunft.
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Ich habe das in anderen Threads schon mal geschrieben: Die Energiewende ist im Kern völlig richtig, läuft im Moment aber unbalanciert. Wenn wir nichts ändern, wird es ziemlich schlimm (teuer).
Die Fakten. Im Sommerhalbjahr, wenn PV liefert, haben wir an Werktagen eine Spitzenlast von um die 70 GW und an Wochenenden um die 50 GW. Einen Sockel von 15 GW liefern eigentlich immer Biomasse, Laufwasser und etwas Windkraft. D.h. wir können an Werktagen maximal 55 GW an PV-Strom verwerten und an Wochenenden maximal 35 GW. Maximal - zu vielen Tageszeiten ist es noch weniger.
Wir haben aktuell aber bereits 105 GW an PV-Kapazität in Deutschland installiert. Diese drücken zu keinem Zeitpunkt 105 GW ins Netz, aber an der Mehrzahl der Tage im Sommerhalbjahr schon heute um die Mittagsstunden mehr Strom, als wir benötigen, was an Börsenstrompreisen von null oder unter null, sowie an den Marktwerten von PV-Strom ablesbar ist. Bis hierhin ist das alles noch tragbar.
Wir planen aber bis 2030 den Ausbau auf 215 GW PV (plus erheblichen Windkraftausbau). Es ist sicher, dass die Last bis dahin maximal um 5-10 GW steigen wird. 10 Mio BEV erhöhen die Last beispielweise nur um 4 GW. Alles, was wir ab jetzt an PV zubauen, werden wir deshalb überwiegend abregeln müssen. Das generiert volkswirtschaftlich nur noch Kosten, ohne dass wir ökologisch und ökonomisch vorankommen. Wir haben ein gesetzlich definiertes Ausbauziel für Photovoltaik und Windkraft. Die Zielvorgaben sind fein granuliert mit 5 Zwischenschritten in §4 des EEG gegossen. Wir haben aber bizarrer weise null Zielvorgaben und null Plan bezüglich Batterieausbau.
Die Lösung besteht nicht in mehr Gasstrom, längere Kohlenutzung oder Atomkraftwerken, sondern wir brauchen im Wesentlichen 2 Dinge.
1. Batterien
Für jedes MW an ab jetzt zugebauter PV-Kapazität müssen 4 MWh Batterie an Netz gehen. Ansonsten können wir zusätzlichen PV-Strom nicht nutzen und unsere Nachbarn wollen den auch nicht haben. Die Medien berichten zwar teils über einen "Batterie-Tsunami", aber Projektierer fragen teils 10 mögliche Standorte für ein geplantes Batterieprojekt an und wir haben weiter null Plan, wie viel Batteriekapazität wann ans Netz geht. Die traurige Realität: In Deutschland wurden 2024 trotz stark gesunkener Batteriepreise nur 6,2 GWh an Batteriekapazität zugebaut. Wir brauchen mehr als das 10fache pro Jahr.
2. Smartmeter-Rollout und dynamische Stromtarife
Daneben müssen wir es endlich schaffen, mehr Lasten in Zeiten mit EE-Überschuss zu verschieben. Menschen ändern ihr Verhalten aber nur, wenn sie einen Vorteil davon haben und nicht, weil das abstrakt gut für die Volkswirtschaft ist. Wenn man einen Stromtarif mit festen Strompreisen hat, dann stöpselt man das Elektroauto abends um 19 Uhr an die Wallbox, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt. Genau dann, wenn wir ohnehin die Spitzenlast im Netz haben. Es macht individuell ja keinen Unterschied. Für alles, was wir an Spitzenlast nicht verschoben bekommen, werden wir zukünftig extrem teure Kapazitäten vorhalten müssen - sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei den Netzen. Ob man mit dynamischen Stromtarifen spart, kann man übrigens hier unabhängig kalkulieren (Das berücksichtigt PV, Speicher, Wärmepumpen, Elektroautos uvm.):
Und noch ein Nachtrag zu Batterien: Batterien taugen nicht als Saisonspeicher und wir können nur mit Batterien keine ausgedehnten Dunkelflauten überstehen. Trotzdem senken Batterien auch die Backupkapazität, die wir für ausgedehnte Dunkelflauten vorhalten müssen. Im Winter liegt die Spitzenlast bei bis zu 80 GW. Wenn wir wieder davon ausgehen, dass Biomasse, Laufwasser und ein Minimum an Wind 15 GW liefern, brauchen wir rechnerisch 65 GW an Backupkapazität, denn wir müssen jederzeit auch die Spitzenlast abdecken können, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht (Praktisch bräuchten wir noch deutlich mehr als 65 GW Backupkapazität, aber das ist ein anderes Thema). Nachts sinkt aber die Last auch im Winter auf etwa 50 GW. Da bräuchten wir nur etwa 35 GW an Backupkapazität. Wenn wir mindestens 300 GWh an Batteriekapazität hätten, dann reichen uns etwa 55 GW an Backupkapazität. Die laufen in der längeren Dunkelflaute dann 24/7 durch, laden nachts die Batterien auf und tagsüber können wir die Spitzen dann mit Batteriestrom abdecken. Wir müssen dann weniger in Backupkapazität investieren und die installierte Backupkapazität (primär Gas, später voraussichtlich Wasserstoff) kommt auf mehr Nutzungsstunden im Jahr, was auch die Kosten senkt.
Ich habe einen Tibber Vertrag und habe gestern zwischen 12:00 und 15:00 Uhr einen negativen Strompreis gehabt.
Mit der SGS der Solaranzeige zusammen kann man so den Verbrauch genau auf diese Zeitspanne legen. D.h. eine 60 Grad Wäsche bringt auch noch Geld ein.
Ab dem Sommer will Tibber die Preise alle 15 Minuten anpassen. Die SGS wird dann auch diese Preise berücksichtigen. Wenn man die großen elektrischen Verbraucher einzeln schalten kann, ist das in der Zukunft schon ein Vorteil.
Ulrich
Admin der Solaranzeige
Ein Open Source Projekt seit 2016
