DIY Speicher 16s / Victron Multiplus

Kurzes Update:
Langes Update:
Ein paar meiner Probleme konnte ich lösen, vielleicht hilfts anderen:
a) Stark schwankende Current-Werte vom Daly BMS: Firmwareupdate behebt das Problem, ist aber auch hier beschrieben: (https://forum.drbacke.de/viewtopic.php?t=3425)
b) Bei höheren Strömen plötzliche Abbrüche: Wie vermutet war das BMS schuld, aber anders als ich dachte, nicht die Auslegung (150A) sondern die Firmware. Mit dem Update der FIrmware konnte ich auch dieses Problem lösen.

Außerdem habe ich die Effizienz etwas genauer untersucht.

Meiner Meinung gibt es mehrere Verlustbereiche, die ich (zusammengefasst) wie folgt messen kann:

a) Wechselrichter
b) Akku, Verkabelung und Sicherung
c) Standbyverluste für z.B. Steuerung (Venus OS etc., BMS, Lüftung, Balancer)

a) Wechselrichter:
Die Messwerte sind meiner Meinung nach nicht besonders genau, aber für eine Tendenz brauchbar genug.

Mein Testszenario sieht dabei wie folgt aus:
- Messwerte kommen ausschließlich vom Victron. Dabei lese ich aus, den AC-Wert (also EInspeisung bzw. Bezug) sowie Stromstärke und Spannung zur Batterie.
- Ich messe 6x5 Minuten (meist am Stück) bei einer eingestellten Leistung. Beim Entladen mittels ESS Mode 3, Setpoint = Zielwert / AC-Zielwert und beim Laden mittels ESS Mode 1, maximum_charge_current auf den jeweils notwendigen Wert

Bei den Leistungen am Grenzbereich ist mir aufgefallen, dass die Leistung mit der Zeit absinkt. Vermutlich weil der MP2 wärmer wird und die Leistung drosselt.

Maximale Ladeleistung, die ich erreichen konnte waren 3,3KW (DC) bzw. etwa 63A DC (3,7KW AC)
Maximale Entladeleistung, die ich erreichen konnte waren 4,3KW (AC) bzw. etwa 98A DC / 4.9KW DC

Da die Spannungen bei LFP wenig schwanken habe ich dies nicht betrachtet, bzw. das betrachte ich dann nochmal gesondert. Die Spannung in den Messwerten sind daher irreführend, da mit unterschiedlichem SOC gemacht.

Messwerte Entladung:
Eingestellt Verluste Spannung Verluste Tatsächliche Leistung aus Batterie
250 -17,55% 53,1V -53W 301W
500 -8,79% 53,0V -48W 542W
750 -8,42% 53V -69W 818W
1000 -6,48% 52,7V -69W 1068W
1500 -6,42% 52,7V -103W 1606W
2000 -8,95% 52,3V -196W 2193W
2500 -9,36% 51,8V -258W 2759W
3000 -9,87% 51,9V -329W 3332W
3500 -10,81% 51,5V -424W 3925W
4000 -12,15% 51,6V -553W 4554W
4500 -13,70% 51,0V -624W 4911W

Mann sieht recht gut, dass die Standbywerte bei kleinen Lasten enorm hoch sind. Dies liegt vermutlich an den hohen Standbyverlusten des WR um auf die Netzfrequenz zu synchronisieren. Das muss er beim Laden ja nicht machen.
Also entladen bei < 500W ist grausig ineffizient!
Auch sieht man, dass bei eingestellten 4500W nur noch 4300W rauskommen (4911W AC-624W Verluste), dies also das Maximum darstellt. Mit höheren oder niedrigeren Spannungen könnte dies natürlich noch anders ausfallen.

Messwerte Laden:
Eingestellt Verluste Spannung Verluste Tatsächliche Leistung aus Netz
250 10,93% 53,9V 28W 255W
500 8,39% 53,9V 45W 534W
750 6,19% 54V 50W 808W
1000 5,96% 54,1V 65W 1097W
1500 5,51% 54,3V 89W 1616W
2000 6,17% 54,2V 134W 2175W
2500 7,26% 54,0V 196W 2692W
3000 8,91% 54,2V 304W 3405W
3500 10,15% 54,3V 377W 3714W

b) Akku, Verkabelung und Sicherung
Habe ich noch nicht vermessen und sollten recht individuell sein. Ein erster Anhaltspunkt ergibt sich aber aus dem Spannungsabfall zwischen Ladespannung und Entladespannung, welche am Victron gemessen wird. Der Spannungsabfall ist abhängig von der Stromstärke. Und lag bei mir bei bis zu 3V. D.h. 54V gehen rein, und 51V wieder raus = grob gerechnet 6% maximal wenn man von einer Nominalspannung von 52,8V ausgeht. Wobei 6% also den Spannungsabfall zwischen Laden und Entladen bei maximaler Leistung beschreibt.
Genauere Werte ermittle ich mal bei Gelegenheit.

c) Vermutlich 3-5W, je nach Auslastung und Einstellungen

Wenn ich das also zusammenfasse:

Angenommen ich lade mit 1097W eine Stunde lang
dann kommen 1032Wh aus dem Wechselrichter raus (5,96% Verluste)
und etwa 1008Wh in der Batterie an (1,8% Kabelverluste, 1V Spannungsabfall sowie 5Wh für die in c) beschriebenen Verbraucher)
nun entlade ich eine Stunde mit 1008W Batterieleistung,
im Wechselrichter sollten davon nur 989Wh ankommen (1,3% Kabelverluste, 0,7V Spannungsabfall, sowie 5Wh für die in c) beschriebenen Verbraucher)
an AC-Seite kommen dann noch etwa 926Wh raus.

Aus 1097Wh werden also 926Wh. Gesamter "Zyklus-Wirkungsgrad" beträgt damit 84%.
Das ist jedenfalls die Theorie. Das sollte für den Bereich 1-2KW realistisch sein. Darunter und darüber liegt er teils wesentlich schlechter, und das erklärt auch meinen schlechten Wirkungsgrad von etwa 70-80%.