alternative Akkuüberwachung / BMS

Hi Lars,

Erstmal sind eigen Gedanken zu solch einem Thema immer gut. Entweder weil man die bestehende Technik als unzureichend empfindet oder weil man die bestehende Technik noch nicht überblickt. Kann auch beides der Fall sein. Update: und ich betone, letzteres ist nicht "ehrenrührig".

Ich möchte dir mal den Hintergrund der LiIon Technik mit BMS erläutern.

Als man in den 90ern die ersten Lithiumakkus rausbrachte, war man von der Leistungsfähigkeit begeistert, und von der Empfindlichkeit nicht nur enttuscht, sondern entsetzt. Kein Überladen, kein Tiefentladen. Kein Laden unter 0 Grad. Nicht einmal. Sonst kaputt. Oder schlimmeres. Besonders beim nächsten Laden.

Bleiakkus halten tiefentladen schlecht aus, NickelCad ist das egal. Überladen mögen sie beide nicht, man bezahlt mit Lebensdauer, aber man ist nicht in Gefahr, ohne Streichholz seine Zigarette anzünden zu können, was bei Li schonmal vorkommt. :slight_smile:

So waren auch die Geräte der Zeit gestrickt, Kein Tiefentladungsschutz, grobe Ladegeräte.

Und so hat man das Konzept "BMS" entwickelt. Eine Schutzschaltung um den Akku herum, die den AKKU schützt. Und zwar dann, wenn das Gerät entweder Mist baut, oder sich garnicht um Grenzen des Akkus schützt. Und da hat man dann alles eingebaut: Schutz gegen Über/Untespannung, über/Untertemp, Überstrom. Wie gesagt - NUR mit Blick auf den Akku und seine wehwehchen. Um ihn zu Retten, und gefahren zu vermeiden.

Wobei die Grundidee war: Das Gerät soll alle diese Schutzmassnahmen selber AUCH machen. Das BMS ist NUR eine Firewall (Im Sinne des Wortes :slight_smile: ): ein Rettungsanker, der dann greift, wen das Gerät defekt ist oder Mist baut. Folgerichtig ist ein BMS oft genug im Akku selber eingebaut. Besonders gerne sogar in den kleinen austauschbaren Handyakkus.

Oder Musterbeispiel : pedelec. Moderne Ladegeräte, die genau passend eingestellt sind, und sich sogar mit dem BMS Unterhalten. Um sicherzustellen, dass das Ladegerät echt ist und nicht ein Auto-Schnellader. Ein Akku, in dem ein BMS drin ist, was mit Fahrrad und ladegerät kommuniziert. Damit schon zusätzlich getestet wird, ob der Verbraucher sich AUCH an die Regeln hält.

Von diesem Standard aus fehlen in deinem Konzept schon der Tiefentladungsschutz, orange markiert, was die Umgebung, das angeschlossene Gerät haben sollte.

Im BMS müssen all die Dinge (und ein paar mehr) , die du erwähnt hast AUCH NOCHMAL drin sein - das ist das Konzept der zweiten Schutzebene. Deswegen macht man ein BMS, welches bei Einzelzellenüberspannung abschaltet - das ist sicherer, als mit Entladestrom gegenzuhalten. Wo sollte denn auch die gesamte Verlustleistung hin ?

Der Balancer ist bestandteil eines BMS, im Falle der LiFePo ist das etwas prickelnd, weil die Spannungskurve so flach ist.

In Summe: Dein Konzept ist gegenüber dem, was man normalerweise macht, nicht ausreichend. Vor allem enthält es nicht die Idee, alle Schutzmassnahmen zweimal zu machen - einmal im Gerät, einmal im BMS als letze Verteidigung. Dazu macht man das EXTRA als eigenständiges BMS, nicht aus Einzelkomponenten zusammengestrickt, weil das Einzelgerät so viel leichter in den Akku integriert werden kann.

Es ist zwar richtig, das z.B. ein Batrium sehr wohl aus Einzelkomponenten besteht, aber das hat den besonderen Grund dass es für sehr große Akkus vorgesehen ist und per definition auch keinen Maximalstrom hat, weil der Abschalter extern ist.

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