Weiter geht's! Bislang habe ich Version 0, die Eintauch-Lösung, und Version 1, die Blechkasten-Lösung, vorgestellt. Jetzt folgt die Version 2: Die koaxiale Kupferrohr-in-Gartenschlauch-Lösung!
Im Gegensatz zu den vorherigen Ausführungen, bei denen der Kältemittelkreislauf des Klimageräts nicht geöffnet werden musste, wird es jetzt etwas anspruchsvoller. Das Kältemittel muss abgesaugt und zwischengelagert werden, der Kältemittelkreislauf wird aufgeschnitten und umgebaut, es werden Kupferrohre hartgelötet und hinterher das Kältemittel wieder eingefüllt.
In aktuellen Monoblock-Klimageräten ist als Kältemittel praktisch immer R290 drin - Propan. Das ist super, denn es hat ein GWP von nur 3, und man hat keine Scherereien mit der F-Gase-Verordnung. OK, brennbar ist es halt, da muss man ein wenig aufpassen. Am besten macht man die kritischen Schritte unter freiem Himmel. Und rauchen sollte man dabei nicht ![]()
Nachdem diese Klimageräte kein Wartungsventil haben, muss man sich eben auf die harte Tour Zugang zum Kältekreislauf verschaffen. Ich habe mir einen "Vampir-Flansch" mit 1/4" SAE-Ventil gebaut, der mittels zweier Schlauchbinder an einer Kältemittelleitung befestigt wird.
Dann das Rohr anstechen und das Kältemittel heraussaugen.
Dafür braucht man natürlich eine geeignete Absaugvorrichtung. Als Zwischenlager für das Propan empfiehlt sich - wer hätt's gedacht - eine Propanflasche. Man muss sich dafür noch einen Adapter vom Gasflaschenventil auf 1/4" SAE bauen.
Der bisherige Kältemittelkondensator fliegt raus, stattdessen kommt ein Eigenbau rein. Benötigte Teile:
Sinn und Zweck der Sache ist, dass das Kupferrohr (Kältemittelleitung) vom Gartenschlauch koaxial umschlossen wird. Im Zwischenraum zwischen Kupferrohr und Schlauch zirkuliert das Wasser. An den Schlauchenden bedarf es eines passenden Übergangsstücks. Dafür nehme man je ein 18 mm Kupferfitting (90° Bogen), das man anbohre:
Jetzt noch Kältemittelleitung und Kupferfitting durch Weichlöten verbinden und den Schlauch hübsch aufrollen:
Nun wird der Gartenschlauch-Wärmetauscher anstelle des bisherigen Kondensators ins Klimagerät eingebaut und die Kältemittelleitungen werden durch Hartlöten verbunden:
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe sieht dann so aus:
Ergebnis des Probelaufs: Katastrophal!
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Maximal ereichbare Wassertemperatur: 40°C
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COP bei Erwärmung von Raumtemperatur auf 40°C: 1,8
Das war also ein ziemlicher Schuss in den Ofen, erreichte nicht annähernd die Leistung der Blechkasten-Konstruktion. Da half alles nichts - ich musste einen weiteren Anlauf starten. Letztlich bin ich dann dahintergekommen, woran es lag: Der Wärmetauscher war schlichtweg zu kurz gewesen, dadurch war der Wärmeübertrag unzureichend. Ich habe dann nochmal eine "Gartenschlauch-in-Kupferrohr" Wärmepumpe gebaut, diesmal mit deutlich längerem Schlauch:
Die war gleich deutlich besser:
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Erreichte wieder 60°C
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COP bei Erwärmung von Raumtemperatur auf 40°C: 2,3
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COP bei Erwärmung von Raumtemperatur auf 60°C: 1,7
Das sind zwar noch nicht die Werte der Blechkasten-Wärmepumpe, aber nun ist klar, dass der COP erheblich mit der Schlauchlänge skaliert. Für einen richtig guten COP müsste man die wohl in etwa nochmal verdoppeln. Gemessen waren die COP-Werte wohlgemerkt wieder nur mit 15 Litern Wasser und anfänglich kaltem Kompressor. Macht man das Experiment 2x hintereinander, bekommt man beim zweiten mal deutlich bessere Werte. Da schlagen Warmlauf-Verluste des Kompressors zu Buche.
Fazit: Eine Lösung ohne Alu-Siff-Problem, und druckbeständig bis etwa 3 bar (begrenzt durch den Gartenschlauch). Für einen guten COP braucht man viel Kupferrohr (8x1 mm), was preislich dann schon ziemlich zu Buche schlägt.
Vom Druck her würde das bei Dir wohl funktionieren. Für maximale Effizienz bei einer Wasser-Wasser-WP müsste man aber wohl um die 50 Meter Kupferrohr verbauen.









