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Überspannungsschutz - ich kapier's nicht!

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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Hallo zusammen,

ich stehe vollkommen auf dem Schlauch. Bei der Planung meines BKWs wollte ich eigentlich muß ich seit Dezember 2018 auch einen Überspannungsschutz integrieren, nicht nur, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern weil der Blitz hier zwar noch nie unmittelbar eingeschlagen hat, aber oft in einer gewissen (erhöhten) Nähe. Da dachte ich an eine dehn.de/store/f/21210553/EBA/1885_18S_0122_3017040_DG%20M%20PV2%20SCI%201000%20FM_WEB.pdf
Lösung von Dehn, nur ehrlich gesagt verstehe ich die Schaltung nicht.

Hier gäbe es je zwei Eingänge für DC+ und DC- sowie einmal PE. Aber laut Schaltplan ist in den Dingern je ein Varistor und eine Sicherung verbaut. Ein Kurzschließen von DC+ und DC- mit PE kann ich mir ja noch vorstellen, aber es wird auch von einer dehn.de/store/p/de-DE/F31519/dehnguard-modular-y-pv-sci- Trennung gesprochen und die sehe ich nicht. Das Ding ist doch vollkommen parallel.

Ein Kurzschluß zwischen DC+ und DC- über PE könnte für die Solarmodule möglicherweise ungut sein. Ich verstehe überhaupt nichts mehr. Wie genau funktioniert dieser Überspannungsschutz? Shock
Daniel


   
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YellowGuy
(@yellowguy)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 239
 

Denke der Varistor wird niederohmig, und leitet die Spannung nach Erde ab. Im Detail kenns ichs aber auch net.

Das evtl. Kurzschließen der PV ist kein Problem, machen einfache Laedregler auch so.

We cant stop here.... this is bat country.


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
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Folgendes Szenario:

Das Haus hat keinen Blitzschutz. Das Balkongeländer, an dem die Anlage später u.a. befestigt werden soll, ist mit PE verbunden (hab's vorhin mit dem Duspol geprüft). Die DC-Leitungen der vier Module sollen später zu einem kleinen Schaltschrank laufen, von dem aus "nach hinten" (also durch die Mauer hindurch) die DC-Stränge ins Hausinnere laufen. Ob man diesen Schaltschrank GAK nennt, weiß ich nicht, weil es ja keine "große" PV-Anlage auf dem Dach, sondern nur eine Balkonanlage ist. Mindestens sollen in diesem Vielleicht-GAK aber Lasttrennschalter vorhanden sein.

1. Frage: Kann ich einen SPD-Überspannungsschutz direkt in diesen Vielleicht-GAK montieren, der ja noch außerhalb des Hauses ist, oder muß der SPD-Überspannungsschutz innerhalb des Hauses sein?

2. Frage: Der SPD braucht ja PE. Kann/darf ich PE einfach vom Balkongeländer mit einer Blitzschutzschelle abgreifen oder muß PE von der Unterverteilung kommen?

3. Frage: Reicht dieser einfache Varistor-Überspannungsschutz (SPD) aus oder müssen die Solarmodule zusätzlich noch vom MPPT komplett getrennt werden? Falls ja, mit welchen automatischen Geräten erfolgt diese Trennung?

4. Frage: Die Victron-MPPTs vertragen ja am Eingang nur eine gewisse Spannung, die weit, weit unterhalb der SPDs sind, oder mit anderen Worten: Wenn es in der Nähe irgendwo reinknallt, fetzt es mir die Victrons (Frage 3) so oder so. Soll/kann/darf ich da noch zusätzliche Varistoren im Kleinspannungsbereich verbauen, um die Victrons zu schützen, oder sind solche Selbstbaulösungen unzulässig?

Daniel


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 360
Themenstarter  

Denke der Varistor wird niederohmig, und leitet die Spannung nach Erde ab. Im Detail kenns ichs aber auch net.

Das evtl. Kurzschließen der PV ist kein Problem, machen einfache Laedregler auch so.

Ja, so in etwa hatte ich mir das in der Theorie auch vorgestellt. Das Kurzschließen für den Zeitraum der Spannungsspitze sollte kein Problem sein. Aber ob das alles so auch erlaubt ist, das ist die knifflige Frage... :problem:

Daniel


   
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(@rasti)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 584
 

Ich habe einen kleinen Unterverteiler in der Garage wo alle Strings vom Dach ankommen.

Zur Beruhigung meines Gewissens und weil's nicht viel gekostet hat, habe ich diese o.g. DC-Überspannungsableiter (Billig-Chinazeugs) eingebaut.
In diesen DC-Überspannungsableitern sind sog. Gasableiter verbaut, die bei Überspannung kurzschliessen. Trennen tun die in der Tat nix.
Ich habe diese DC-Überspannungsableiter an den Sammelerder in der Garage angeschlossen, der bei mir direkt neben dem Hausanschlusskasten sitzt. Also an PEN sozusagen.

Um mal überhaupt die Strings einzeln abtrennen zu können, habe ich einen (eigentlich sonst unsinnige) DC-Sicherung (auch Billig-Chinazeugs) je String.

Im Keller im unteren Anschlussraum (UAR) sitzt dann noch ein teurer DEHN Überspannungsschutz (wollte mein Elektriker haben, ist glaube ich auch Vorschrift).

Also ich würde mir an deiner Stelle nicht zu viele Gedanken machen und die DC-Überspannungsableiter ans geerdete Balkongeländer klemmen.
Das ist schon viel mehr Schutz als man standardmäßig bei PV-Anlagen früher überhaupt hatte.


   
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profantus
(@profantus)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 855
 

Wer behauptet denn das du den Überspannungsschutz benötigst. Bei einer Erweiterung der Elektroinstallation ist im Zählerschrank im UAR ein SLS Schalter und Überspannungsschutz Typ1/2 vorzusehen.
Für dein BKW gibt es keine Norm oder Regel die das fordert (oder ist mir nicht bekannt). Selbst für große PV Anlagen wird das nicht gefordert.

Ich würde den SPD nicht am Balkongeländer anschließen. Entweder direkt auf die Potenzialausgleichschiene führen oder über einen Erder extra abführen.
Wenn der Blitz einschlägt muss der Strom ja irgendwo hin und dann ist das doof wenn dein Geländer plötzlich 20kV hat.
Besser ist es dem Blitz den kürzesten Weg zur Erde zu bereiten :angel:

HOWTO Wechselrichter Dimensionierung


   
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YellowGuy
(@yellowguy)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 5 Monaten
Beiträge: 239
 

Eine Sache fällt mir noch ein.

Würde den SPD für die PV über einen separaten Erdspieß ableiten - und nicht über den Haus-PE ableiten.
Mein Elli meinte mal "Ich verteil doch die evtl. Überspannung net noch im ganzen Haus"

Fand ich irgendwie logisch :thumbup:

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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 360
Themenstarter  

Also ich würde mir an deiner Stelle nicht zu viele Gedanken machen und die DC-Überspannungsableiter ans geerdete Balkongeländer klemmen.
Das ist schon viel mehr Schutz als man standardmäßig bei PV-Anlagen früher überhaupt hatte.

Na, ganz so leicht mache ich es mir nun auch wieder nicht. 😉

Was ich da zusammenmurkse, wird so oder so Pfusch sein, aber ich versuche wenigstens, den Pfuschanteil so gering wie möglich zu halten und so sauber zu planen/arbeiten, wie es nur irgendwie geht. Es muß auch nicht zwingend DEHN sein. Die Mütter Obo Bettermann, Hager & Co. haben auch hübsche Töchter, vielleicht kommt man da etwas billiger weg, aber zu den Chinesen habe ich kein Vertrauen.

Wer behauptet denn das du den Überspannungsschutz benötigst.
Für dein BKW gibt es keine Norm oder Regel die das fordert (oder ist mir nicht bekannt). Selbst für große PV Anlagen wird das nicht gefordert.

Tja, dem ist leider nicht so. Sobald Du irgendwelche metallischen Elemente am Haus montierst und sei es nur der Arm einer Satschüssel oder eine Amateurfunkantenne, mußt Du entweder einen Blitzschutz montieren (lassen), falls das Haus bereits einen Blitzschutz hat, oder, falls nicht, ersatzweise einen Überspannungsschutz.

Für die (in meinem Fall) vier Balkonmodule kann ich wählen, ob das Gestell dafür Bestandteil der PV-Anlage ist (dann muß ich sie mit 16 mm² mit einem grün-gelben Kabel) mit PE des Hauses verbinden, oder ich kann das Gestell als Bestandteil des Hauses bzw. des Balkons anschließen, dann muß ich es mit 16 mm² mit dem Balkongeländer verbinden. Zumindest hatte ich das hier so verstanden, aber ich lasse mich da sehr gerne berichtigen, weil ich inzwischen völlig worres im Kopf bin.

Ich würde den SPD nicht am Balkongeländer anschließen. Entweder direkt auf die Potenzialausgleichschiene führen oder über einen Erder extra abführen.
Wenn der Blitz einschlägt muss der Strom ja irgendwo hin und dann ist das doof wenn dein Geländer plötzlich 20kV hat.
Besser ist es dem Blitz den kürzesten Weg zur Erde zu bereiten :angel:

Also bisher hat hier der Blitz immer in etwas höhere Regionen eingeschlagen. Sollte er irgendwann tatsächlich mal das Haus treffen, wäre das mindestens "ungut" und mit Sicherheit für alles, was an Elektronik im Haus ist, absolut tödlich.

Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus und kann hier halt auch nicht machen, was ich will. Einen Staberder oder so kann/darf ich nicht setzen, keine Chance. PE ist auf jeden Fall am Balkongeländer und in der UV, wo ich sie alleine schon für den MultiPlus-II irgendwie mit 16 mm² abgreifen müßte.

Bliebe die Frage übrig, ob ich zusätzlich Varistoren für die MPPT-Laderegler einplanen soll, damit diese einen Blitzeinschlag in einer gewissen Nähe (also kein Volltreffer) überleben können.

Daniel


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 360
Themenstarter  

Würde den SPD für die PV über einen separaten Erdspieß ableiten - und nicht über den Haus-PE ableiten.
Mein Elli meinte mal "Ich verteil doch die evtl. Überspannung net noch im ganzen Haus"

Fand ich irgendwie logisch :thumbup:

Sogar absolut logisch, aber habe hier nur eine Wohnung und das mit dem Erdspieß wird leider nichts. Das Balkongeländer käme dem Erdspieß aber möglicherweise noch am nächsten, wobei ich aber keine Ahnung habe, wie das hier alles abgeleitet wird.

Daniel


   
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profantus
(@profantus)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 855
 

Wer behauptet denn das du den Überspannungsschutz benötigst.
Für dein BKW gibt es keine Norm oder Regel die das fordert (oder ist mir nicht bekannt). Selbst für große PV Anlagen wird das nicht gefordert.

Tja, dem ist leider nicht so. Sobald Du irgendwelche metallischen Elemente am Haus montierst und sei es nur der Arm einer Satschüssel oder eine Amateurfunkantenne, mußt Du entweder einen Blitzschutz montieren (lassen), falls das Haus bereits einen Blitzschutz hat, oder, falls nicht, ersatzweise einen Überspannungsschutz.

Hallo Daniel, kennst du eine Web-Site oder eine VDE Regel dazu?

Ich kenne nur das hier https://www.vde.com/de/blitzschutz/infos/pv-anlagen
und das sind nur Empfehlungen.
Hier in meinem Wohngebiet gibt es eine Menge PV-Anlagen, Antennen, SAT-Anlagen die alle nicht geerdet sind und auch keine SPD verbaut haben.
Einige sind erst diese Jahr von Solateuren errichtet worden.

HOWTO Wechselrichter Dimensionierung


   
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(@rasti)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 584
 

Na, ganz so leicht mache ich es mir nun auch wieder nicht. 😉
...............
Es muß auch nicht zwingend DEHN sein. Die Mütter Obo Bettermann, Hager & Co. haben auch hübsche Töchter, vielleicht kommt man da etwas billiger weg, aber zu den Chinesen habe ich kein Vertrauen.

Was soll ein Chinese an einer Funkenstrecke viel anders bauen können als ein deutscher Hersteller? Selbst wenn Dehn & Co hier sicherer sein sollten : ich glaube (noch) nicht, dass es DC-seitig Vorschriften bez. Überspannungsschutz gibt, d.h. du baust mit einem DC Überspannungsschutz eine nicht vorgeschriebene zusätzliche Schutzvorrichtung ein. Das ist bis zu einem gewissen Preis sinnvoll und gut aber 100% schützen vor Überspannungsschäden tun die nicht. Die senken nur etwas die ohnehin sehr kleine Wahrscheinlichkeit eines Überspannungsschadens, also wenn der Blitz in der Nähe einschlagen sollte, kannst du sowohl bei Dehn als auch bei Chinaware nur hoffen, dass die Elektronik dahinter es überlebt. Die meisten Gebäude/Hausratversicherungen tragen dann den Schaden.


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 360
Themenstarter  

kennst du eine Web-Site oder eine VDE Regel dazu?

Also ich kenne das hier:

Bei Antennen außerhalb des geschützten Blitzschutzbereiches sowie bei haus- und wohnungsübergreifendem Empfang ist der Potenzialausgleich gesetzlich verpflichtend.

Aber das gilt ja sinngemäß für alles, was von außen nach innen geleitet wird. Ob da nun TV-Bilder oder Sonnenstrom drübergeht, ist ja der induzierten Überspannung letztendlich egal. Sollte der Gesetzgeber das aber unterschiedlich und für BKWe lascher behandeln, wäre ich natürlich froh, keine Frage.

Daniel


   
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DocEmmettBrown
(@docemmettbrown)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 360
Themenstarter  

Was soll ein Chinese an einer Funkenstrecke viel anders bauen können als ein deutscher Hersteller?

Die Frage kann ich Dir nicht beantworten, aber die Elektriker verbauen normalerweise nur Markenware (und damit meine ich nicht gerade Kopp). Das Blöde ist halt, daß man das Zeug nicht wirklich testen kann. Oder hat die Stiftung Warentest mal SPDs geprüft? LoL 😆 LoL
Daniel


   
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(@rasti)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 12 Monaten
Beiträge: 584
 

.....aber die Elektriker verbauen normalerweise nur Markenware.....

die verkaufen dir das wo sie gut dran verdienen. Idea .......und 30% von 150€ Markenware ist halt mehr als 30% von 15€ Chinaramsch. LoL


   
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diy_stromer
(@diy_stromer)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 792
 

.....aber die Elektriker verbauen normalerweise nur Markenware.....

die verkaufen dir das wo sie gut dran verdienen. Idea .......und 30% von 150€ Markenware ist halt mehr als 30% von 15€ Chinaramsch. LoL

Die Chinaware dürfen die ohne Konformität garnicht verbauen, würde ich auch nicht, wenn ich dafür grade stehen muss.

- PV: SW 6,48kWp + 3x4,86kWp (O,S,W)
- BAT: 16x 280 Ah mit JK BMS
- WR: 3xVictron MP2 5k, 2xMPPT 250/70, 9xHoymiles HM1500


   
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