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Frage zum Verständnis Wirkungsgrad BWWP

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(@adooze)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 8
Themenstarter  

Hallo Allerseits,

 

wir haben seid einer Woche eine BWWP von Bosch mit 200 L Speichervolumen. Diese gibt eine Arbeitszahl von 3,9 bei

  • EN 16147:2017 - A20/W55

an.

 
Ich wollte nun einmal den Wirkungsgrad ausrechnen und komme auf Zahlen die weitaus schlechter sind. Allerdings nehme ich an, dass ich einen Fehler in der Rechnung habe oder das Prinzip gar ganz Missverstanden habe.
 
Meine Rechnung war wie folgt:
 
Unsere Anlage heizt das Warmwasser sobald dieses von 50 auf 47 Grad fällt wieder auf 50 °C hoch. Also 3 °K/C Unterschied.
 
Nach der Formel die ich gefunden habe wäre die Wärmeenergie = 1,16 (WH / kg*K) * 200 KG * 3 K = 696 WH = 0,696 kWh
 
Zum Aufheizen benötige ich etwa 0,85 kWh Strom.
 
Damit wäre (nach meiner vermutlich falschen Rechnung) der COP 0,81? (0,696/0,85)
 
Kann das sein? Könnte mir hier vielleicht jemand helfen?
 
Mit freundlichen Grüßen
Philipp
 
 

   
Zitat
(@roterfuchs)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 540
 

Das kann sein, weil der Speicher keine 47°C im gesamten Speicher hat. Es könnte durchaus sein, dass er unten nur 45°C hat und im Mittel 46°C, dazu Messungenauigkeiten, da bist du dann bei 1kWh.

Nun heizt du nur nach, also wird der Kompressor beim Start mehr Strom benötigen und daher ineffizienter laufen als wenn er Stunden läuft. Also ist der Wirkungsgrad kleiner.

 

Zu guter letzt bleibt dann noch das Thema des Gesamt-COP.  Der wird angegeben für eine Erwärmung von Kaltwasser zu Warmwasser, in dem Fall 55°C. Also von ca. 15°C auf 55°C. Das kannst du dir vorstellen: Am Anfang ist es COP8, dann COP7, COP6 und am Ende, also die letzten paar Grad, werden mit COP2 und schlechter erwärmt. Du hast also bei 200l von ca. 10°C auf 55°C bei einer Außentemperatur von 20°C einen COP von 3,9 angegeben. Bedeutet der müsste verbrauchen: 2,7kWh Strom um die knapp 10kWh Wärme zu erzeugen. Je wärmer das Wasser wird, desto schlechter der COP. Und je öfter sie einschalten muss um nachzuheizen, desto schlechter der COP wegen dem Anlaufen.


   
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(@brinki)
Batterielecker
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 210
 

Und was viele immer vergessen, es wird nicht nur das Wasser im Tank erwärmt, der Stahltank muss auch mit erwärmt werden.

Ich würde die BWWP auch weiter abkühlen lassen bevor ich wieder (bedarfsgerecht) aufheize. Bei mir wird nur Nachmittags (PV Überschuss) und kurz vor dem Aufstehen aufgeheizt. Die restliche Zeit ist die gesperrt. (Kann aber per Handy einmalig aufgeheizt werden, wenn Bedarf besteht)

Jeder Kommentar von mir spiegelt nur meine Meinung, meine Erfahrungen oder mein Halbwissen wieder.
Alle Projekte die ich hier vorstelle, zeigen nur wie man es besser nicht machen sollte (Nachbau nur auf eigenes Risiko 🤓)


   
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(@rasti)
Heroischer Stromgenerator
Beigetreten: Vor 2 Jahren
Beiträge: 997
 

was man auch noch beachten muss ist dass der angegebene COP ein Durchschnittswert ist um Wasser von z.B. 15° auf z.B. 40°C zu erwärmen.

Also kein COP sondern sowas wie ein SCOP bei einer Splitklima oder sonstigen Wärmepumpe.

Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt ab vom Temperaturunterschied (hier : angesaugte Luft im Verhältnis zur Warmwassertemperatur)

Je geringer, desto besser. Das heisst, du brauchst viel mehr elektrische Energie für 47 -> 50° als beispielsweise von 27 => 30 °C

Siehe hier die Leistungsaufnahme meiner BW-Wärmepumpe beim Nachheizen, man sieht dass die Leistung mit steigender Temperatur steigt.

Diese r Beitrag wurde geändert Vor 1 Woche 2 mal von rasti

   
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Nemothefish
(@nemothefish)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 2 Monaten
Beiträge: 101
 

Darf ich noch anmerken, dass soweit ich informiert bin, 50°C nicht ausreichen um das Wachstum von Legionellen zu verhindern.

Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

Ich halte meine BWWP bei 55°C, im Sommer bei PV Überschuss sogar bei 65°C.


 

Alle sagten: "Das geht nicht!" Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.


   
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(@woeufu)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 9 Monaten
Beiträge: 51
 

47°C Ausschaltpunkt 42°C Einschaltpunkt. Das reicht grad so zum heiss Duschen/Baden. Den Heizstab der das Ding einmal wöchentlich auf 70°C jubeln sollte musste ich abklemmen wegen FI-Fliegerei, war wohl leck. Merke nix von Legionellen, aber die gehen ja auch nur an schwache Immunsysteme.

Habe allerdings auch 300l, damit kriegst die Badewanne voll. Bei 200l müsste ich höher stellen um genug Warmwasser vorrätig zu haben. Das gibt sonst böse Schimpfe von der "Regierung".


   
Nemothefish reacted
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(@roterfuchs)
Autarkiekönig
Beigetreten: Vor 6 Monaten
Beiträge: 540
 

Veröffentlicht von: @nemothefish

Darf ich noch anmerken, dass soweit ich informiert bin, 50°C nicht ausreichen um das Wachstum von Legionellen zu verhindern.

Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

Ich halte meine BWWP bei 55°C, im Sommer bei PV Überschuss sogar bei 65°C.


 

Solange du ALLE deine Leitungen 2 Minuten lang mit 70°C ist das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Dann hast du die Legionellen eben in den Leitungen und nicht im Tank. Mal davon ab, dass die in den Ruheschlaf gehen, es sind also auch bei 65 und 70 noch welche im Wasser.

 


   
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(@adooze)
Vorsichtiger Stromfühler
Beigetreten: Vor 7 Monaten
Beiträge: 8
Themenstarter  

Danke für Eure zahlreichen Rückmeldungen. Ich entnehme Euren antworten, dass meine Rechnung wieder erwarten richtig ist?

 

Ich habe als erste Maßnahme mal den Heiz/Schaltpunkt wieder auf 55 Grad Solltemperatur gestellt. Nachzuheizen beginnt die jetzt bei 5°C weniger als soll, also bei 50°C. Das sind auch die Standardwerte des Herstellers.

 

Vorgestern hatte die Familie den Tank ziemlich leer geduscht. Der Heizvogang war hier deutlich effektiver (von 29°C auf 50°C). Es deutet auch noch einiges darauf hin, dass ich noch etwas die Messung verfeinern muss. Die Werte, die das Shelly-Addon ausgibt und was der Speicher anzeigt variieren mir noch zu stark. Ich werde da nochmal genauer auf die Offset-Werte schauen.

 

Wenn die Werte einigermaßen passen, werde ich versuchen das ganze in Home Assistant einzubauen und es automatisch berechnen zu lassen. Hat das evtl. jemand schon gemacht?

 

Gruß

Philipp


   
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