[quote data-userid="1544" data-postid="123212"]Wenn wir uns hier in den wirtschaftlichen und sozialen Selbstmord treiben und Wohlstand vernichten, ist das mit Sicherheit kein gutes Vorbild. Aber die Betonung muss ganz klar auf dem kleinen Wörtchen "wenn" liegen. Denn ich persönlich sehe so eine Entwicklung nicht.[/quote]Oh, da bin ich zwiegespalten, weil ich hier viel zu viel Brechstange und rohe Gewalt seitens der Politik sehe. Das hätte man auch wesentlich sanfter über Steuern lösen können. Es werden hier seitens der Energieerzeugung, Verkehr und Wärme Dinge gefordert, die für viele Bürger einfach nicht mehr schulterbar sind. Stark gekürzt ist das bei der Energieerzeugung der systematische Abbau grundlastfähiger Kraftwerke und Ersatz durch Mittellastenergieträger, aber ohne Speicheraufbau (z.B. Pumpspeicherkraftwerke) und das ist aus energiepolitischer Sicht etwas "unschlau", um sehr höflich zu bleiben. Beim Gas auf Fracking und LNG zu setzen, welches a) einen hohen Methanausstoß in die Atmosphäre hat und b) einen hohen Energieaufwand, um bis zu den Terminals zu gelangen, sehe ich das genauso fragwürdig wie bei den Kosten dieses Abenteuers. Beim Verkehr können E-Autos in bestimmten Fällen ihre Stärke voll ausspielen, z.B. wenn man daheim eine Wallbox an der Wand hat und die Kutsche gleichzeitig so nutzt, daß sie unterwegs nicht stundenlang geladen werden muß. In allen anderen Fällen funktionieren E-Autos nicht wirklich bzw. nur für eine kleine Minderheit, aber nicht für die große Masse der Bürger. Würde man stattdessen den ÖPNV massiv ausbauen, Strecken reaktivieren und sofort mit einem Fahrdraht ausstatten, würde man mehr erreichen, aber das wird ja bestenfalls sehr schleppend gemacht. (Ausnahme BaWü)
Am Ende des Tages wird die Gas- und Stromversorgung für die meisten Bürger (das sind die, die zur Miete wohnen) sehr teuer, der eigene Benziner oder Diesel ist in Gefahr und kann, weil das Laden zu lange dauert und die Stromleitungen schlicht und ergreifend nicht in der erforderlichen Stärke da sind, nicht so genutzt werden, wie das bisher der Fall ist. Und die Wärmegeschichte ab 2024 wird ja derzeit von der Presse schon mit Stirnrunzeln kommentiert genauso wie der Ausbau der Windkraft mit SF6-Windrädern bis an die Dorfgrenze heran.
Nein, so klappt das nicht, da ist zu viel politische Brachialgewalt dabei. In ein paar Jahren wird man rückblickend auf die heutige Zeit auch zugeben, daß die heutigen Entscheidungen genauso falsch waren wie der Atomausstieg, den damals Merkel eingeläutet hatte und den andere Länder aus gutem Grund nicht mittragen.
[quote data-userid="1544" data-postid="123212"]China ist eigentlich auch ein tolles Beispiel dafür, wie man eine Wirtschaft von Grund auf aufbauen kann, ohne, dass sie auf fossile Energieträger angewiesen ist.[/quote]Also in einem Bericht der Tagesschau klingt das aber völlig anders.
[quote data-userid="1544" data-postid="123212"]Ich finde also solche Aussagen wie "Deutschland soll das Klima des ganzen Planeten gegen China, Rußland und USA retten und das noch im Alleingang?" teilweise fehl am Platz. Es ist nicht so als würde der Rest der Welt sich nicht beteiligen. Russland mal außen vor.[/quote]Das sehe ich anders: Speziell die drei genannten Kandidaten machen es mit "weniger Brechstange" als wir - und genau dann funktioniert es auch. Es ist die rohe Gewalt, die ich hier kritisiere, nicht das Ziel an sich. Die Fristen sind viel zu kurz, Rohstoffe und Fachfirmen/-kräfte gibt es zu wenige, die Kosten zu hoch, es wird zu viel und zu oft erst mal nur verboten und der Ersatz erst Jahre oder Jahrzehnte später angeboten mit einer Versorgungslücke dazwischen. Und genau dies machen speziell wir Deutschen, aber auch die EU sehr wohl gegen den Willen der Bürger im beispiellosen Alleingang.
Tut mir leid, ich fürchte, das wird nichts. Das hätte man anders und für die Wirtschaft, die ja jetzt gerade schon abwandert, und Bürger verträglicher machen können und müssen. So aber ist das nichts anderes als wirtschaftlicher und sozialer Selbstmord. ?
Daniel